Sonntag, 22.07.2018

Achtklässler sagen wildem Müll den Kampf an

ENNI unterstützt „Sozial Genial“-Projekt an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Soziales Engagement ist nicht gerade das, was Jugendliche als „cool“ bezeichnen. Freiwillig im Seniorenheim Plätzchen verteilen, mit Grundschulkindern Lesen üben oder im Tierheim die Hunde ausführen – „das ist leider nicht weit verbreitet“, weiß auch Rolf Grüter. Der Schulleiter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule will nicht sagen, dass das vor 20 Jahren ganz anders war. „Tendenziell haben die Kinder aber mehr Defizite im sozialen Umgang“, formuliert er es vorsichtig. Um das soziale Lernen zu fördern, nehmen seine Schüler deshalb in der achten Klasse am Projekt „Sozial genial“ teil. Und das mit Erfolg und Begeisterung. So wie Tim Pierskalla und Selim Simsek. Die beiden 14-Jährigen haben eine Aktion für mehr Sauberkeit rund um ihrer Schule und im Scherpenberger Wäldchen gestartet und sich damit auch ein Sonderlob der ENNI Stadt & Service (ENNI) verdient. Vor sechs Jahren hat die ENNI die Initiative „Sauberes Moers“ ins Leben gerufen und damit dem wilden Müll den Kampf angesagt. Für ihre Werbefigur Kommissar Clean ist sie immer auf der Suche nach Helfern, die eine „Sonderkommission“ (SOKO) gründen und ihr Umfeld sauber halten – so wie Tim und Selim. „Ihr Engagement ist vorbildlich“, lobte ENNI-Abfallexpertin Claudia Jaeckel, die die Schüler im Rahmen der Initiative „Sauberes Moers“ gerne unterstützte.

Dass Tim und Selim ausgerechnet ein Umwelt-Projekt wählten, wunderte auch die Sozialpädagogin der Schule, Alexandra van der Eijk. „Das Thema hatten wir gar nicht vorgeschlagen.“ Bei einem Besuch des benachbarten Technischen Hilfswerkes fiel den beiden Achtklässlern jedoch auf, dass im Scherpenberger Wäldchen jede Menge wilder Müll herumlag. „Damals hätten wir nicht gedacht, dass unser Projekt so groß wird“, sagt Selim. Doch die Jungs machten sich mit Feuereifer und Unterstützung der ENNI an die Arbeit: Ausgestattet mit Abfallzangen, Handschuhen und Mülltüten sammelten sie fortan regelmäßig wilden Müll ein und entwarfen Schilder, auf denen sie die Passanten bitten, ihre Abfälle richtig zu entsorgen. Auch den Bäcker um die Ecke, dessen Tüten sie zahlreich in den Büschen fanden, holten sie als Unterstützer mit ins Boot. „So lernen die Schüler ganz nebenbei, auf andere zuzugehen. Das bringt Selbstbewusstsein und fördert die Persönlichkeitsbildung“, sagt Grüter.

Der freut sich, dass einige seiner Schüler ihr soziales Engagement auch nach Abschluss des sechswöchigen Projektes weiterführen wollen. Langfristig sollen alle Jungen und Mädchen der Schule einmal in ihrer Laufbahn daran teilgenommen haben. Tim und Selim jedenfalls hat die Aktion großen Spaß gemacht. Und wenn ihre Kumpel Abfall auf die Straße werfen, sagen sie ihnen ihre Meinung: „Das muss doch wirklich nicht sein!“