Freitag, 19.10.2018

Abfallsammeltag 2016

Und weg war der Dreck
Zehnter Abfallsammeltag war ein großer Erfolg

Leere Kippenschachteln und benutzte Taschentücher gehörten wie immer zum Standard. Auch kaputte Regenschirme und von Wasser durchtränkte Schuhe waren leider nichts Besonderes. Ausgediente Autoreifen und ein völlig zerfetzter Kinderwagen hingegen schon. „Da fragt man sich wirklich, was den Leuten einfällt, so etwas in die Büsche zu schmeißen.“ Was dieser Sammler kopfschüttelnd sagte, dachten mehr als 1000 umweltbewusste Freiwillige, die am Samstag beim zehnten Abfallsammeltag in Moers und Neukirchen-Vluyn loszogen. Unter dem Motto „Gemeinsam für eine saubere Stadt“ sagten sie Umweltsündern und Schmutzfinken den Kampf an und befreiten Wälder und Wegesränder von wildem Müll. Handschuhe an, Müllsack gepackt und aufräumen! So lautete die Devise, der auch die Bürgermeister der beiden Kommunen, Christoph Fleischhauer und Harald Lenßen, sowie ENNI-Vorstand Lutz Hormes folgten. „Wilder Müll ist ein Thema, das uns alle angeht und vor Stadtgrenzen keinen Halt macht“, weiß das Trio, das zum Jubiläum des Aktionstages gemeinsam loszog und am Ortseingang von Neukirchen die blauen Müllsäcke schnell füllte. „Es ist traurig zu sehen, wie viel Abfall herumliegt. Aber es ist schön, wie viele kleine und große Helfer heute mit anpacken. Ihnen allen gebührt Lob und ein dickes Dankeschön.“

In der Tat waren dem Aufruf der Stadt Neukirchen-Vluyn und der ENNI Stadt & Service als Veranstalter wieder zahlreiche Einzelpersonen und Gruppen gefolgt. Schulklassen und Kindergartenkinder zogen ebenso los, wie Familien, Nachbarschaftsgemeinschaften, Kegelbrüder oder Fußballmannschaften. Auch zahlreiche Kinder des ENNI Kidsclub packten mit an und dürfen sich zur Belohnung auf einen Besuch im Abfallentsorgungszentrum Asdonkshof freuen. „Jede Gruppe kann sich ihr Sammelgebiet aussuchen. Aber wir versuchen die Teams im Vorfeld so zu verteilen, dass möglichst in allen Stadtgebieten welche unterwegs sind“, erklären ENNI-Abfallexpertin Claudia Jaeckel und Marion May-Hacker von der Stadt Neukirchen-Vluyn, die den Abfallsammeltag organisieren.

Wie viel Abfall die Freiwilligen zusammentrugen, steht noch nicht fest. „Eigentlich ist die Menge auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass die Helfer ein Zeichen gesetzt haben“, sagen die Bürgermeister und freuen sich vor allem über den Einsatz der kleinen Helfer. „Man kann nicht früh genug damit beginnen, das Bewusstsein für die Umwelt zu schärfen. Und Kinder, die beim Abfallsammeltag mitmachen, werden zukünftig ihr Kaugummipapier nicht mehr in die Büsche werfen.“ Ein Blick in die Säcke zeigte aber, dass die großen Müllsünden eher von den großen Bürgern verursacht werden: Neben dem sogenannten Handwurfmüll trugen die Helfer auch in diesem Jahr als traurige Highlights jede Menge Sperrgut zusammen – vom Teppich bis zum kaputten Radio. „Wir bieten auf unserem Kreislaufwirtschaftshof so viele Entsorgungsmöglichkeiten an. Sperrgut können die Bürger doch kostenlos bei uns abliefern“, sagt ENNI-Vorstand Lutz Hormes und setzt deshalb weiterhin auf Aufklärung. „Vor sechs Jahren haben wir unsere Initiative ,Sauberes Moers‘ gegründet, mit der wir gegen Umweltsünden ankämpfen und die Menschen sensibilisieren wollen. Der Tag heute hat erneut gezeigt, dass wir damit nicht nachlassen dürfen.“