Montag, 25.06.2018

Abfallsammeltag 2011

Da staunte der junge Mann nicht schlecht: Mit dem Kofferraum voll Abfall war er zum Kreislaufwirtschaftshof (KWH) der ENNI Stadt & Service Niederrhein (ENNI Stadt) gekommen. Sperrmüll, Grünschnitt und alte Kabel wollte er wegschaffen und freute sich, dass ihm der Moerser Bürgermeister persönlich beim Ausladen half. Im Rahmen des 5. Abfallsammeltages am vergangenen Samstag war Norbert Ballhaus nicht wie in den Vorjahren sammelnd mit Zange und Müllsack unterwegs, sondern nahm die Kunden am Jostenhof in Empfang. „Wer den KWH kennt, weiß, dass es völlig unnötig ist, Abfall wild zu entsorgen. Denn hier können die Moerser fast alles, was sie nicht mehr brauchen, getrennt und umweltfreundlich wegschaffen", lobte Ballhaus. Dennoch verunzieren achtlos weggeworfene Verpackungen oder Müllsäcke so manchen Wegesrand. Die Wir4-Städte Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg hatten deshalb erneut gemeinsam zum Aktionstag „Gemeinsam für eine saubere Stadt" aufgerufen. Allein in Moers mobilisierten die Organisatoren der ENNI Stadt rund 650 freiwillige Helfer. Ballhaus: „Der Abfallsammeltag hat bei mir einen festen Platz im Terminkalender, weil er ökologische Interessen mit der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls der Bürger vereint und einem besseren Stadtbild dient."

Auch für die ENNI Stadt-Abfallberaterin Claudia Jaeckel ist der 2007 ins Leben gerufene, städteübergreifende Sammeltag eine Herzensangelegenheit. „Sicher, wir beraten ganzjährig für richtige Entsorgungswege und kämpfen beispielsweise mit unserer Initiative ,Sauberes Moers' gegen Umweltsünden. Mit dem Aktionstag setzen wir aber stets ein besonderes Ausrufezeichen", erklärt Jaeckel, der die sich breiter machende Wegwerfmentalität in entlegenen Gebieten Sorge bereitet: Nicht selten finden ihre Kollegen mitten im Grünen sogar ausrangierte Kühlschränke oder Autoreifen.

Bei aller Sorge gibt der Abfallsammeltag Grund zur Freude: „Es ist schön zu sehen, wie viele kleine und große Helfer dabei jedes Jahr mit anpacken. Von Schulklassen, über Vereine und Nachbargemeinschaften bis hin zu Einzelpersonen. Mit 650 Helfern hatten wir sogar 50 mehr als im Vorjahr und konnten noch mehr Gebiete absuchen", sagt Jaeckel. Wie viel die Ausgeschwärmten diesmal zusammentrugen, steht indes noch nicht fest. „Im Vorjahr kamen 14 Tonnen Abfall zusammen. Diesen eigentlich traurigen Rekord konnten wir dieses Mal wohl brechen", sagte Claudia, die nach einer ersten Schätzung von rund 15 Tonnen gesammeltem Abfall ausgeht. Darunter findet sich jede Menge Hausmüll, aber auch Sperrgut trugen die Helfer zusammen: Aus dem Moersbach fischte eine Truppe einen Teppich, den der Besitzer problemlos am KWH hätte entsorgen können.

Für die Sammler, die am Samstag in Moers unterwegs waren, gibt es übrigens auch noch ein Dankeschön: „Wir belohnen unsere Mitstreiter mit Verzehrgutscheinen. Diese können Sie beim ENNI-Tag am 7. Mai einlösen", erklärt ENNI Stadt Vorstand Simon Ulrich Goerge.