Enni krempelt auch die Altkleidersammlung um
Der Verwaltungsrat der ENNI Stadt & Service Niederrhein AöR hat in seiner gestrigen Sitzung wichtige Entscheidungen für die Weiterentwicklung kommunaler Angebote und Dienstleistungen getroffen. So wird die Altkleidersammlung in Moers grundlegend neu organisiert. Gleichzeitig treibt die Enni neue Freizeitangebote im Solimare voran und startet ein Pilotprojekt zur verbesserten Laubsammlung. „Wir reagieren damit auf veränderte Rahmenbedingungen und investieren gezielt in mehr Service, Sauberkeit und attraktive Angebote für die Menschen in Moers“, so Vorständin Sandra Jungmaier.
Altkleidersammlung wird neu organisiert
Überfüllte Container, sinkende Erlöse und vermüllte Standorte – die Altkleidersammlung steht schon länger unter Druck. Während die Enni 2023 noch deutliche Einnahmen mit ausrangierten Textilien erzielen konnte, sind diese in den vergangenen Jahren nahezu vollständig eingebrochen. Gleichzeitig steigen die Kosten für Sammlung und Reinigung weiter an. Um die Gebühren zu entlasten, gab der Verwaltungsrat der Enni nun grünes Licht, das System komplett neu aufzustellen. Im Laufe des Jahres werden die Depotcontainer deshalb nach und nach aus dem Stadtgebiet verschwinden. Stattdessen setzt das Unternehmen auf eine zentrale Annahmestelle am Kreislaufwirtschaftshof und baut die Abholung an der Haustür deutlich aus. Ziel ist es, dadurch die Sammelqualität zu verbessern, Kosten zu senken und gleichzeitig für ein saubereres Stadtbild zu sorgen.
Neue Freizeitangebote im Solimare konkretisiert
Auch das Betriebskonzept für die neuen Freizeitangebote im Solimare war Thema im Verwaltungsrat. Im Rahmen der Freiraumplanung entstehen auf dem hinteren Teil der Liegeweise auf insgesamt rund 23.000 Quadratmetern Fläche derzeit eine Hundefreilaufwiese mit Agility-Elementen, ein Grillareal und ein Kletterpark. Alle drei Angebote sollen in den nächsten Wochen schrittweise in Betrieb gehen. Der Verwaltungsrat beschloss nun die Preisgestaltung, die die Enni auf Basis der Aufwendungen kalkuliert hat. Ziel ist es, das Solimare um zusätzliche Freizeitangebote zu ergänzen und die Attraktivität des Areals weiter zu steigern. Mittelfristig sollen sich die Angebote möglichst selbst tragen. Der Eintritt in den Kletterpark wird demnach 30 Euro für Erwachsene und 25 Euro für Kinder kosten. Wer am Solimare grillen möchte, zahlt 40 Euro für eine Parzelle für viereinhalb Stunden oder 100 Euro für eine Grillhütte – inklusive Nutzung des Grills und Entsorgung der Abfälle. Ein Besuch der Hundefreilaufwiese kostet drei Euro pro Person.
Pilotprojekt zur Laubsammlung geplant
Große Mengen Laub sorgen im Herbst immer wieder für verstopfte Gullys, erschweren die Straßenreinigung und beeinträchtigen das Stadtbild. Um hier gegenzusteuern, stimmte der Verwaltungsrat nun einem Pilotprojekt zu: In ausgewählten Moerser Straßen in Meerbeck, Repelen, Kapellen, Schwafheim und Utfort wird Enni in diesem Herbst rund 70 Laubkörbe aufstellen, in denen Anwohnerinnen und Anwohner das anfallende Laub der städtischen Straßenbäume sammeln können. Beispiele aus Nachbarkommunen zeigen, dass die Körbe eine praktikable Ergänzung zur klassischen Reinigung sein können. Ziel ist es, den Reinigungsaufwand zu reduzieren, die Sauberkeit zu verbessern und Erfahrungen unter realen Bedingungen zu sammeln. Nach der Laubsaison wird Enni Bilanz ziehen und dem Verwaltungsrat gegebenenfalls vorschlagen, die Laubkörbe dauerhaft einzusetzen.
Archäologischer Mauerfund bremst Innenstadtsanierung
Einen Sachstandsbericht zur Innenstadtsanierung gab Enni-Vorstandsvorsitzender Dr. Kai Gerhard Steinbrich. Dabei berichtete er über Verzögerungen im Bereich der Haagstraße: Bei den Tiefbauarbeiten war Enni auf eine historische Bastionsmauer aus dem 17. Jahrhundert gestoßen, die nach Vorgaben des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) als zuständiger Denkmalschutzbehörde erhalten werden muss. Das Bauwerk mit bislang unbekannter Länge und mehreren Querstrukturen wird derzeit vollständig freigelegt und vermessen. Parallel laufen Suchschachtungen, um eine alternative Trasse für die Versorgungsleitungen zu finden. Des Weiteren gab Steinbrich einen Ausblick auf den im Frühjahr 2027 startenden Bauabschnitt auf der Friedrichstraße. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Erste Abstimmungsgespräche mit Gewerbetreibenden haben bereits stattgefunden.
