Historie beeinflusst Baumaßnahmen in der Innenstadt
der Vergangenheit. Aktuell sorgt diese gleich bei zwei Baumaßnahmen für Aufmerksamkeit: Während an der Rheinberger Straße und Mühlenstraße umfangreiche Kampfmitteluntersuchungen den Bauablauf beeinflussen, wurde in der Altstadt ein historisches Mauerwerk aus der Zeit des ehemaligen Karmeliterklosters freigelegt.
Kampfmitteluntersuchungen an der Rheinberger Straße und Mühlenstraße
Die Kanal- und Straßensanierung an der Rheinberger Straße und Mühlenstraße macht in den einzelnen Bauabschnitten weiterhin Fortschritte. Die Gesamtmaßnahme wird jedoch länger dauern als ursprünglich vorgesehen. Nach aktueller Planung soll der Kanalbau in der Rheinberger Straße bis Ende Dezember abgeschlossen werden.
Der Grund für die Anpassung des Zeitplans liegt unter der Oberfläche. Die Arbeiten werden von deutlich umfangreicheren Kampfmitteluntersuchungen begleitet, als ursprünglich absehbar war. Aufgrund des von Verdachtsflächen betroffenen Bereichs läuft der Tiefbau unter Aufsicht eines Fachgutachters nach strengen Vorgaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. So kann der Tiefbau nur vorsichtig Schicht für Schicht durchgeführt werden, was immer wieder zu Unterbrechungen und zusätzlichen Prüfungen im Bauablauf führt. Hinzu kommen unerwartete Herausforderungen bei Hausanschlüssen und Versorgungsleitungen, deren tatsächliche Lage teilweise von den vorhandenen Plänen abweicht.
„Sicherheit geht für uns immer vor Geschwindigkeit“, erklärt Markus Traud, stellvertretender Abteilungsleiter Planung & Bau der Enni. „Die baubegleitende Kampfmittelsondierung ist zwingend notwendig. Sobald Auffälligkeiten im Untergrund festgestellt werden, müssen wir die Arbeiten prüfen und gegebenenfalls anpassen. Das kostet Zeit, gibt aber allen Beteiligten die Sicherheit, dass die Maßnahme fachgerecht und ohne Risiken umgesetzt wird.“ Um den Baufortschritt dennoch zu beschleunigen, setzt das beauftragte Tiefbauunternehmen derzeit zwei Kolonnen gleichzeitig vor Ort ein.
Trotz der verlängerten Gesamtbauzeit gibt es auch positive Nachrichten: Ab Mitte August ist die Verbindung von der Mühlenstraße zur Trotzburg vorerst wieder in beiden Richtungen befahrbar. Zusätzlich bereitet ENNI in den Sommerferien die nächsten Kampfmitteluntersuchungen im Bereich der Baerler Straße vor. Die aktuell eingerichteten Umleitungen des ÖPNV werden in Abstimmung mit der NIAG zunächst beibehalten.
Nach Abschluss der Kanalbauarbeiten in der Rheinberger Straße im Dezember werden die Kanäle in der Mühlenstraße bis zum Brückenbauwerk erneuert. Parallel dazu erfolgen die Straßenbauarbeiten im Bereich der Rheinberger Straße unter halbseitiger Sperrung. In einem späteren Bauabschnitt werden auch in der Mühlenstraße die Oberflächen erneuert.
Mit der Erneuerung der Schmutz- und Regenwasserkanäle investieren Enni und die Stadt Moers nachhaltig in eine moderne Innenstadt mit einer sicheren und zukunftsorientierten Infrastruktur.
Historisches Mauerwerk in der Innenstadt
Auch bei den Sanierungsmaßnahmen in der Moerser Altstadt gibt es Neuigkeiten. Im Zuge der laufenden Tiefbauarbeiten zur Erneuerung der Versorgungsinfrastruktur wurden neben der Bastionsmauer aus dem 17. Jahrhundert nun auch Überreste des ehemaligen Karmeliterklosters freigelegt. Zum Vorschein kam eine massive Mauer, die nach erster Einschätzung zur südlichen Außenmauer des zwischen 1441 und 1608 bestehenden Klosters gehört.
Die freigelegte Mauer liegt mit ihrer Oberkante unmittelbar unter dem heutigen Straßenpflaster. Teile der historischen Bausubstanz wurden vermutlich bereits durch frühere Baumaßnahmen sowie den Ausbau der Festungsanlagen in vergangenen Jahrhunderten beeinträchtigt.
Der Fund unterstreicht die historische Bedeutung der Moerser Innenstadt und liefert weitere Einblicke in die Entwicklung des Stadtkerns von Moers. Die weiteren Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden. Die aktuelle Bauzeitenplanung für die Fertigstellung der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur des gesamten ersten Bauabschnitts hat trotz dieser Funde weiterhin Gültigkeit, so dass durch Enni Ende 2027 die Arbeiten hier abgeschlossen werden.
