Enni-Verwaltungsrat erhielt Einblicke in die Innenstadtsanierung und Laubsamm-lung
Unter dem Kopfsteinpflaster kam plötzlich das Mittelalter zum Vorschein: Bei den Sanierungsarbeiten in der Moerser Innenstadt stieß die Bautruppe der Enni jüngst auf Reste des historischen Neutors – ein spektakulärer Fund, der den Zeitplan jedoch nicht ausbremst. „Der beauftragte Archäologe hat die bisherigen Funde sehr schnell dokumentiert, so dass unsere beiden Kolonnen weiterhin gut vorankommen. Zum Jahresende ist rund ein Viertel des ersten Bauabschnitts umgesetzt, sodass wir bald in der Fieselstraße beginnen können. Hier haben wir die Anwohnenden bereits in einer Bürgerversammlung informiert“, erklärte Enni-Vorstand Dr. Kai Gerhard Steinbrich in der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrates der ENNI Stadt & Service Niederrhein AöR (Enni). Neben seinem Sachstandsbericht zur Innenstadtsanierung standen – wie alljährlich in der Dezember-Sitzung – auch die Gebühren für 2026 auf der Tagesordnung. Entsprechend der Weisung des Moerser Stadtrates bestätigte das Gremium diese nur noch formal. Wie bereits in der Herbstsitzung angekündigt, wird es Anpassungen bei den Friedhofs- und Abwassergebühren geben – verursacht durch deutlich steigende Kosten und hohe Investitionen in die Zukunft der Kanalnetze und Friedhöfe. Unverändert bleiben 2026 die Abfall-, Straßenreinigungs- und Winterdienstgebühren. Darunter fällt auch die Laubabfuhr, die das Team der Grünpflege auch in diesem Jahr gefordert hat: Rund 400 Tonnen Laub sammelte die Enni zwischen Oktober und Mitte Dezember allein in den Moerser Grünanlagen und auf den zehn Friedhöfen, wie Vorständin Sandra Jungmaier berichtete.
Nach der konstituierenden Sitzung gab Dr. Steinbrich dem neu formierten Verwaltungsrat einen Überblick über das mehrjährige Großprojekt Innenstadtsanierung. Insgesamt werden zwischen Unterwallstraße, Schlosspark, Neuem Wall und Stadtgraben rund 28 Kilometer Infrastruktur erneuert – inklusive Kanälen, Energie- und Wasserleitungen sowie moderner Telekommunikations- und Beleuchtungssysteme. Bereits fertiggestellt sind Abschnitte im Rosenthal, in der Meerstraße und auf dem nördlichen Teil der Niederstraße. Dort wurden über alle Sparten hinweg rund 70 Hausanschlüsse sowie mehrere hundert Meter Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen für die Zukunft gerüstet. Frisch abgeschlossen sind die Arbeiten auf der Neustraße – auf der Haagstraße will Enni im Frühjahr fertig werden. Nach dem Jahreswechsel werden außerdem noch Restarbeiten auf der Niederstraße erfolgen, dann geht’s auf der nördlichen Fieselstraße weiter. „Die Enge dieser Straße ist eine Herausforderung, weshalb wir die Anwohnenden hier besonders intensiv einbinden werden und in einer Infoveranstaltung Mitte Dezember persönlich über den Bauablauf informiert haben“, erklärt Steinbrich. „Glücklicherweise haben bisher alle Verständnis dafür, dass die marode Infrastruktur nach stellenweise 100-jährigem Betrieb nun einmal von Grund auf erneuert werden muss.“
Auch die Grünpflege stellte die Enni in den vergangenen Wochen vor eine große Aufgabe: Rund 10.000 Moerser Straßenbäume sorgen in der Laubzeit stets für enorme Mengen – in den Grünanlagen und auf den zehn Friedhöfen fielen zwischen Oktober und Mitte Dezember allein 400 Tonnen Blätter zu Boden. Das entspricht etwa 20 großen Lkw-Ladungen. 25 Mitarbeitende und externe Dienstleister reinigten zusätzlich Parks, Spielplätze und Schulhöfe auf insgesamt 330 Hektar. „In extensiven Anlagen bleibt das Laub als Rückzugsort für Tiere liegen“, erklärte Sandra Jungmaier, die auch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger lobte. Sie unterstützen die Laubsammlung in den Stadtteilen seit 2006 und gaben an den sechs Containerstandorten in diesem Jahr weitere 68 Tonnen Blätter ab.
