Enni tauscht Leuchten auf 67 Straße aus
Für den Monteur ist der Einsatz Routine. Mit geübten Handgriffen löst er Schrauben und Schellen, bis sich der Leuchtenkopf mit einem Ruck vom Mast abheben lässt. Dieses Mal hat der Fachmann Glück: Mit rund acht Kilo gehört der Aufsatz dieser Laterne zu den leichteren. „Manche wiegen nur fünf, andere bis zu 20 Kilo“, sagt er und legt das sperrige Teil in den Korb des Hubsteigers. Dort wirkt es wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. In den 1960er- und 1970er-Jahren setzten viele Städte auf Leuchtenköpfe mit Leuchtstoffröhren – damals als modern gefeiert, mit gleichmäßigem, tageslichtähnlichem Licht, das eine angenehme Alternative zu den gelblichen Quecksilberdampflampen bot. Nun haben die Stromfresser auch auf der Königsberger Straße ausgedient und werden im Rahmen des Sanierungsprogramms ersetzt. Bis 2030 will die ENNI Stadt & Service (Enni) nicht nur sämtliche 10.500 Leuchten in Moers auf LED umrüsten, sondern sie auch „intelligent“ machen. „Aktuell kommen wir gut voran. Bis Jahresende arbeiten wir noch auf 67 Straßen im gesamten Stadtgebiet“, sagt Enni-Vorstand Dr. Kai Steinbrich.
Bereits 80 Prozent der Straßenbeleuchtung in Moers sind auf LED-Technik umgestellt, rund 5.000 davon mit intelligenter Steuerung ausgestattet. Seit Beginn des Programms im Jahr 2020 konnte Enni den Energieverbrauch von über drei Millionen auf unter eine Million Kilowattstunden senken. „Unser Ziel ist ein zukunftsfähiges, kosteneffizientes und nachhaltiges Netz“, betont Steinbrich. Die neuen Leuchten sind nicht nur sparsamer und wartungsärmer, sondern auch flexibel steuerbar – etwa in ihrer Helligkeit und Schaltzeit.
In den kommenden Wochen will Enni weitere 600 Leuchtenköpfe austauschen. Mancherorts betrifft das nur einzelne Exemplare – etwa auf der Elbestraße, der Hermannstraße, der Mettlacher Straße oder am Hofkamp. An anderen Stellen werden ganze Straßenzüge modernisiert, darunter die Humboldt-, Wiesen-, Bonifatius- und Donaustraße. Mit 25 Leuchten ist die Sandstraße in Scherpenberg Spitzenreiter. Für das eingespielte Team der Enni kein Problem: In der Regel sind zwei bis drei Fachkräfte gemeinsam im Einsatz. Dabei arbeitet ein Monteur in luftiger Höhe, während sein Kollege die Anschlussarbeiten am Sicherungskasten übernimmt. So ist es auch auf der Königsberger Straße. Rund neun Meter ragt die Laterne in den Himmel, entsprechend lang ist das alte Kabel, das der junge Mann nun oben aus dem Mast zieht. „Das ist einfacher, als das Kabel des neuen Kopfes hineinzufummeln“, sagt er lachend. „Jede Leuchte ist anders. Manchmal dauert der Austausch nur wenige Minuten, manchmal auch eine Stunde.“ Heute läuft alles glatt – Ruckzuck geht’s zum nächsten Mast. 20 stehen heute auf dem Plan.
Am Ende des Tages ist der Wagen voll mit ausgedienten Leuchtenköpfen. Einige liefern noch brauchbare Ersatzteile, der Großteil landet im Schrottcontainer – auch 2026 wird dieser wieder regelmäßig gefüllt. Denn im neuen Jahr steht der Austausch von weiteren 968 Leuchten auf dem Programm. Der Förderantrag ist auf dem Weg, nach der Bewilligung durch den Bund kann es voraussichtlich im Sommer 2026 weitergehen. Für Enni ist der Fortschritt entscheidend: Die Sanierung senkt nicht nur den Stromverbrauch, sondern reduziert auch die Anzahl der Störungen – und damit die der Beschwerden. „Diesen positiven Trend können wir deutlich erkennen“, sagt Steinbrich.
