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    05.06.2019

    Falscher Vergleich verunsichert Bürger

    ENNI kritisierte Studie zu Abfallgebühren

    Steigende Lebensunterhaltskosten drücken grundsätzlich die Stimmung der Verbraucher, auch in Moers. Da verunsichern aktuelle Nachrichten, die Grafenstadt gehöre bei Abfallgebühren zu den teuersten deutschen Großstädten, zusätzlich. Genau dies behauptet der Bundesverband Haus & Grund in seiner gestern veröffentlichten Studie und sorgt mit dieser Falschmeldung erneut für Unmut bei der ENNI Stadt & Service (ENNI). „Wir können nicht verstehen, dass der Verband immer wieder Gebühren miteinander vergleicht, ohne die unterschiedlichen kommunalen Entsor-gungssysteme zu berücksichtigen. Da könnte man auch die Butterpreise in Köln mit den Currywurstpreisen in Berlin vergleichen“, werden laut ENNI-Vorstand Lutz Hormes damit die Moerser Bürger verunsichert und die Stadt völlig aus der Luft gegriffen falsch dargestellt. Beim Blick in den Gebührenbescheid werde deutlich, dass die Grafenstadt eines der bun-desweit fortschrittlichsten Entsorgungssysteme habe. „Moers setzt seit zwei Jahrzehnten voll auf die Wiederverwertung von Abfällen. Unser Kon-zept ist umweltbewusst, schafft Anreize, Abfall zu vermeiden und hilft, Gebühren zu senken“, sieht Hormes das Moerser Modell beispielhaft für die moderne Abfallwirtschaft.

    Im Auftrag von Haus &  Grund hat die IW Consulting GmbH die Abfallge-bühren für die 100 größten deutschen Städte verglichen. Dabei geht die Studie davon aus, dass eine vierköpfige Familie pro Woche 60 Liter Abfall produziert – aufs Jahr gerechnet also 3120 Liter. „Das spiegelt aber nicht das Verhalten unserer Bürger wider, wo wir für solch einen Musterhaushalt von 720 Litern pro Jahr ausgehen. Und mehr als 90 Prozent der Moerser kommen damit aus“, erklärt Hormes. „In unserer Abfallsatzung haben wir schon früh das im Kreislaufwirtschaftsgesetz verankerte Ziel der Abfallver-wertung und -vermeidung eingebaut.“ Die ENNI setzt daher seit 1995 auf ein Zählsystem, durch das die Bürger ihre Gebühr weitestgehend selbst steuern können. Bei einer Musterfamilie würden die Abfallgebühren somit nicht, wie der Vergleich behauptet, mehr als 500 Euro, sondern lediglich 204 Euro im Jahr betragen. Und das bei enthaltenem Service wie kostenloser Sperrgutabfuhr, Laub- und Grünschnittsammlung, sowie den Angeboten einer Biotonne und einer mobilen Schadstoffsammelstelle. „Damit belegen wir bundesweit eine der vorderen, soll heißen günstigsten Platzierungen“, so Hormes, der die Methodik des regelmäßig aufgestellten Vergleichs seit Jahren kommentiert und auch kritisiert. Auch der Ge-schäftsführer von Haus & Grund Grafschaft Moers lehnt es ab, aus der Studie vorschnelle Schlüsse zu ziehen: „Ein solcher Vergleich muss immer differenziert betrachtet werden“, erklärt  Rechtsanwalt Michael Buser. Übrigens: Auch der Bund der Steuerzahler untersucht regelmäßig die Abfallgebühren in deutschen Städten, listet Kommunen mit Ident-System aber separat auf. „Das ist, im Gegensatz zur Untersuchung von Haus & Grund, richtig und fair“, so Hormes

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