Donnerstag, 19.07.2018

Der ENNI Energiepfad

Der Solarpark Mühlenfeld mit seinem regenerativen Energiepfad ist eines von zwölf „Ausgezeichneten Projekten“ der KlimaExpo.NRW im Jahr 2015. Mit der KlimaExpo.NRW will die Landesregierung die Energiewende, den Klimaschutz und die notwendige Anpassung an die Folgen des Klimawandels als Schubkräfte einer nachhaltigen Entwicklung für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar machen. Dabei präsentiert sie das technologische und wirtschaftliche Potenzial Nordrhein-Westfalens und ist zugleich eine landesweite Leistungsschau und Ideenlabor für den Standort.

Auf unserem Energiepfad könnt ihr die Welt der grünen Stromproduktion auf eigene Faust erkunden, zum Beispiel während einer Fahrradtour. Die unten stehende Karte gibt Euch bereits jetzt Infos, was Euch auf dem Energiepfad erwartet. Klickt einfach die einzelnen Punkte auf der Karte an, schon erhaltet Ihr Infos zu den verschiedenen Lehrtafeln.

Jährlich bieten wir zehn Schulklassen eine Führung über den Energiepfad an. Wenn wir Dein Interesse geweckt haben, melde dich und deine Mitschüler für unseren Energielehrpfad an, egal in welcher Klasse du bist.

Die Kraft der Sonne – Energiespender für Autos und Häuser

Mit Brenngläsern haben schon die alten Römer die Kraft der Sonne gebündelt und dadurch Feuer entfacht. Heute nutzen wir die Sonne, um Strom zu erzeugen (Fotovoltaik) und Wasser zu erwärmen (Solarthermie). Die Anlagen sind sich zwar optisch ähnlich, funktionieren aber unterschiedlich. Eine Fotovoltaikanlage besteht aus vielen Solarzellen. Diese wiederum sind aus einem speziellen Material, einem Halbleiter, gefertigt. Wird dieser Halbleiter mit Licht bestrahlt, werden Elektronen von ihren Atomen getrennt und so baut sich eine Spannung in den Zellen auf – es entsteht elektrische Energie. Diese fl ießt ins Stromnetz und von dort in die Haushalte. Mit der Energiewende hat sich der Einsatz der Fotovoltaik-Technik drastisch erhöht. 2014 lag der Anteil der Sonnenenergie an der deutschen Stromversorgung bereits bei 5,7 Prozent.

Windkraftanlagen – moderne Windmühlen

Die Idee ist nicht neu: Schon vor Jahrhunderten nutzten unsere Vorfahren die Kraft des Windes, um damit ihr Korn zu mahlen. Zum Beispiel in der alten Mühle in der Dong – nur einen Steinwurf weit von hier entfernt. Die modernen Windkraftanlagen, die wir heute in der Landschaft sehen, funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip – nur, dass sie nicht Korn mahlen, sondern Strom produzieren. Windkraftanlagen nutzen die sogenannte Auftriebskraft: Der Wind setzt dadurch die Rotorblätter in Bewegung. Diese Bewegung wird durch den Triebstrang an den Generator im Inneren der Anlage weitergegeben. Dieser wandelt die mechanische Energie in elektrische Energie um. Anschaulich wird dies beim Fahrraddynamo: Durch das Treten der Pedalen dreht sich das kleine Rädchen am Dynamo, der die Bewegungsenergie in Strom umwandelt und so für Licht am Rad sorgt. Strom aus Windkraft ist sehr umweltfreundlich. Zudem ist Wind ein Rohstoff, der nie endet. Ein Windrad, wie das der ENNI im Moerser Norden, mit einer Leistung von knapp zwei Megawatt produziert rund vier Millionen Kilowattstunden jährlich, also genug, um etwa 1200 Familien mit Strom zu versorgen. Ob auf dem Land oder in großen Windparks auf dem Meer – der so erzeugte Strom fl ießt ins Netz. 2015 lag der Anteil der Windenergie an der deutschen Stromversorgung bei rund acht Prozent – Tendenz steigend.

Biomasse – Pflanzen und Abfälle als Energiespender

Schon seit Jahrhunderten nutzen Menschen Biomasse als Wärmequelle – nämlich beim Verbrennen von Holz. Zu Biomasse zählt die gesamte organische Substanz, die durch Tiere und Pfl anzen anfällt oder erzeugt wird. Dabei unterscheiden wir zwischen nachwachsenden Rohstoffen (etwa Raps, Mais, Getreide oder Baumschnitt) und organischen Reststoffen und Abfällen (etwa Gülle und Mist). Aus Biomasse können wir Energie in Form von Wärme, Strom und sogar Kraftstoff gewinnen. Möglich macht dies die Kraft-Wärme-Kopplung, die in Biomasse-Heizkraftwerken genutzt wird. Sie zählen wegen ihres Brennstoffes und wegen ihres hohen Wirkungsgrades zu den umweltschonendsten Strom-Produzenten und arbeiten nach dem konventionellen Dampfprozess. Das heißt: Durch die Verbrennung von Biomasse wird Wasser erhitzt, dessen Dampf eine Turbine antreibt. Diese treibt einen Generator an und so wird Strom erzeugt. Die entstandene Restwärme geht dabei nicht verloren, sondern wird ins Nah- oder Fernwärmenetz eingespeist und sorgt für warme Häuser und Wohnungen. Deshalb arbeiten Heizkraftwerke viel effi zienter als zum Beispiel Verbrennungsmotoren, bei denen die Wärmeenergie ungenutzt bleibt.

Solarpark Mühlenfeld – Energiewende und Naturschutz im Einklang

Der Solarpark Mühlenfeld ist ein grünes Leuchtturmprojekt und als einzige Freiflächen-Fotovoltaikanlage der Wir4-Region (Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg) in seiner Art am Niederrhein einzigartig. Die ENNI Energie & Umwelt Niederrhein hat den Solarpark über ihr Tochterunternehmen ENNI Solar verwirklicht und im September 2013 in Betrieb genommen. Während die Planungs- und Genehmigungsphase rund vier Jahre dauerte, verlief der Bau der Anlage extrem schnell: In einer Rekordzeit von nur vier Wochen ließ die ENNI auf dem Gelände der ehemaligen Kiesbaggerei Dömkes rund 15.000 Solarmodule auf Ständern installieren. Dabei wurden 161 Tonnen Stahl verbaut sowie mehr als 2000 Pfosten in die Erde gerammt. Mit insgesamt 185.000 Einzelteilen belegt das Solarkraftwerk gut ein Drittel der 24 Hektar großen Fläche und ist damit etwa so groß wie elf Fußballfelder. Insgesamt hat die ENNI rund 3,5 Millionen Euro in den Solarpark Mühlenfeld investiert, der nun pro Jahr rund 3,5 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produziert. Damit kann das Unternehmen jährlich etwa 1000 Einfamilienhäuser versorgen. Die Umwelt profitiert dabei gleich doppelt: Zum einen bleiben ihr durch den Solarpark jährlich rund 2550 Tonnen Kohlendioxid erspart. Zum anderen passt sich die Anlage nahtlos in das natürliche Umfeld ein und berücksichtigt alle Umweltansprüche.

Solarpark Mühlenfeld – Kooperation sichert Kleinod

Die ENNI ist sich sicher: Naturschutz und Energiewende sind untrennbar miteinander verbunden. Neue Energiekonzepte haben nur dann eine Chance, wenn sie möglichst wenig in Ökosysteme eingreifen und so  von den Menschen akzeptiert werden. Das gilt auch für den Solarpark Mühlenfeld. Hier kooperiert die ENNI eng mit dem ortsansässigen Naturschutzbund (NABU) sowie mit der Jägerschaft des gemeinschaftlichen agdbezirks Dong. Auf dem ehemals industriell genutzten Kiesgelände ist nach einer jahrelangen Rekultivierung ein Kleinod entstanden. Die Kooperationspartner haben sich dazu verpflichtet, dieses Biotop zu erhalten und den Bedürfnissen der Arten entsprechend zu pflegen. Mit Pflanzaktionen und Aufforstungen rund um das Gelände des Solarparks sichern sie so einen idealen Lebensraum etwa für Kreuzkröten, Rehe und Sumpfrohrsänger. So soll zum Beispiel ein aus Wurzeln aufgeschütteter Wall der dort lebenden Kreuzkrötenpopulation einen idealen Rückzugsraum bieten. Übrigens: Die Naturschützer waren von Beginn an in die Planungen des Solarparks Mühlenfeld einbezogen. So stellten die ENNI und der NABU schon in der Bauphase gemeinsam einen Amphibienschutzzaun auf, um die Population der in Nordrhein-Westfalen bedrohten Kreuzkröte in die Hanglage des Geländes umzusiedeln.

Elektromobilität – fahren mit Strom

Leises Surren statt lautem Motorengeheul – dies macht die Elektromobilität möglich. Schon um 1900 fuhren die ersten Elektroautos über die Straßen und waren ihren Benzin verbrauchenden Verwandten nicht nur zahlenmäßig überlegen. Doch mit der Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors und dem günstigen  Ölpreis verschwand das Elektroauto immer mehr von der Bildfl äche. Erst nach der durch den Golfkrieg ausgelösten Ölkrise in den 1990er Jahren feierte die Elektromobilität ihr Comeback. Seitdem forscht die Industrie wieder aktiv an ihrer Weiterentwicklung. Der Vorteil: Elektroautos sind nicht nur leise, sondern produzieren während der Fahrt auch keine giftigen Abgase. Doch die Elektromobilität beschränkt sich nicht nur auf Autos. Auch Elektrofahrräder, E-Bikes genannt, sind auf dem Vormarsch. Sie unterstützen den Fahrer bei starken Steigungen oder längeren Strecken mit einem elektrischen Motor.

Energie im Haus

In Zeiten der Energiewende kommt der Energieeffi zienz eine besondere Bedeutung zu. Denn häufi g lässt sich durch eine verbesserte Technik oder geändertes Verhalten Energie sparen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Besonders beim Kauf neuer Elektrogeräte lohnt es sich, auf die Energieeffizienzklassen zu achten. Denn Fernseher, Computer, Waschmaschine & Co. sind große Verbraucher, die zum Teil auch dann Strom ziehen, wenn sie gar nicht laufen, sondern nur im „Standby“-Betrieb sind. Auch Häuser lassen sich energetisch bewerten. Wie gut oder schlecht sie sind, zeigt der Energieausweis. Meist lässt sich hier durch eine Modernisierung der Technik oder eine bessere Dämmung eine höhere Energieeffizienz erzielen. Dabei kann das eigene Haus auch zum Kraftwerk werden. Mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach, oder einem Mini-Blockheizkraftwerk im Keller steht der Energiewende in den eigenen vier Wänden nichts mehr im Wege.

Die Sonne – die Urquelle fast aller Energien

Ohne die Sonne wäre pflanzliches, tierisches und menschliches Leben auf der Erde nicht möglich. Im Sonnenkern, wo Temperaturen um 15 Millionen Grad herrschen, verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium. Dabei wird eine unvorstellbare Menge an Energie frei, die ins All und auf die Erde strahlt – wo wir sie auch nutzen, um Strom, Wärme und Kraftstoff zu erzeugen.

  • Die Sonne ist die Quelle der regenerativen Energien Sonnenlicht- und Sonnenwärme und der Motor für Biomasse, Wasser- und Windkraft. Diese Quellen sind zeitlich unbegrenzt verfügbar.
  • Auch fossile Energieträger enthalten Sonnenenergie: Erdöl, Kohle und Erdgas sind aus Überresten von Pflanzen und Tieren über Millionen von Jahren entstanden. Ihre Vorräte auf der Erde sind allerdings begrenzt und damit endlich. Bei ihrer Verbrennung entsteht zudem Kohlenstoffdioxid, was den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt.
  • Bei der Kernenergie kommt mit Uran ein endlicher Energieträger zum Einsatz, bei dessen Nutzung Radioaktivität entsteht.

Deutschland setzt auf regenerative Energie Als „Energiewende“ bezeichnet man die Umkehr von der nicht nachhaltigen Nutzung von fossilen Energieträgern und der Kernenergie zu einer nachhaltigen Energieversorgung durch erneuerbare Energien. In Deutschland hat die Energiewende bereits in den 1980er Jahren mit der Förderung von erneuerbaren Energien und der Einstellung neuer Kernkraftwerksprojekte begonnen. Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima hat die Bundesregierung 2011 für Deutschland den Atomausstieg beschlossen und damit die Energiewende vorangetrieben. Eine nachhaltige Energieversorgung ist auch in Deutschland nur mit erneuerbaren Energien möglich. Wie wir diese nutzen, zeigt der ENNI Energiepfad.