Samstag, 23.06.2018

Kontakt

ENNI Energie & Umwelt Niederrhein
Wittfeldstraße 34
47441 Moers
Bernd Kamradt
Telefon: 02841 104-324
Telefax: 02841 104-356
wasser@enni.de

Gewässerschutz

Als einer der größten Trinkwasserlieferanten am Niederrhein liegt uns der Gewässerschutz naturgemäß besonders am Herzen. Oberstes Gebot unseres Handelns dabei: Vorbeugen ist besser als heilen. Der Erfolg gibt uns recht: Seit Jahrzehnten bieten wir unseren Kunden nachweislich Wasser in absoluter Trinkwasserqualität. 

Dennoch: Auch in unseren Fördergebieten gab es wie bundesweit Ende der 70-er Jahre Diskussionen um die zunehmende, anthropogen bedingte Belastung des Grund- und Oberflächenwassers. 

Ursache hierfür war die steigende Belastung des Grundwassers mit Nitrat aufgrund der zunehmenden Intensivierung der landwirtschaftlichen Flächennutzung. Der wachsende wirtschaftliche Druck veranlasste viele Landwirtschaftsbetriebe damals zu einem verstärkten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zur Ertragssteigerung.  

Ein weiterer Aspekt, der uns zum Handeln zwang: 1986 wurde die Trinkwasserverordnung geändert: Der Gesetzgeber senkte etwa den Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser von damals 90 auf 50 Milligramm pro Liter. Mit zunehmender Verbesserung der analytischen Methoden fand man Ende der 80-er Jahre auch verstärkt Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in den Gewässern, die zudem häufig oberhalb des 1989 eingeführten Grenzwertes von 0,1 Mikrogramm pro Liter lagen. 

Vor diesem Hintergrund wurde auf Initiative des damaligen Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft Nordrhein-Westfalen (MURL NRW) das Modell des Kooperativen Gewässerschutzes entwickelt. Kernpunkt dieses Kooperationsmodells ist, dass sich auf regionaler Ebene Wasserversorger und die in ihren Wassergewinnungsgebieten wirtschaftenden Landwirte und Gartenbautetriebe in Form eines Arbeitskreises zusammenschließen, der so genannten "Kooperation Landwirtschaft/Wasserwirtschaft". Entsprechend haben wir mit den in unserem Moers-Vinner Wassergewinnungsgebiet wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieben bereits 1994 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. 1996 folgte diese für das Neukirchen-Vluyner Gewinnungsgebiet in Niep-Süsselheide. 

Innerhalb dieser Kooperation beschließen Landwirte und Wasserversorger ein standortangepasstes Arbeitsprogramm zur Minderung eventueller Schadstoffeinträge in die Gewässer. Da den beteiligten Landwirten und Gartenbaubetrieben durch diese Maßnahmen häufig ein erhöhter Aufwand in Form von erhöhten Kosten und/oder verringerten Erträgen entsteht, gleicht der beteiligte Wasserversorger diesen nach ebenfalls fest vereinbarten Sätzen aus.  

Darüber hinaus schuf die Landwirtschaftskammer NRW im Rahmen des Kooperativen Gewässerschutzes mit Finanzierung durch die Wasserwirtschaft mehr als 50 landwirtschaftliche Beraterstellen. Deren Aufgabe ist es, die Landwirtschaftsbetriebe im Sinne einer Gewässer schonenden und effizienten Flächennutzung zu beraten.