Sonntag, 22.07.2018

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Stromfresser im Haushalt auf Diät setzen

Umwelt und Klimaschutz - fast allen liegt das Thema am Herzen. Aber nur in der Theorie. "Wenn's um das Handeln geht, Energie sparen, Müll vermeiden, machen keine 20 Prozent der Menschen mit", bedauert Jens Harnack von der Stabsstelle Nachhaltigkeit im Rheinberger Rathaus. Das Desinteresse ziehe sich durch alle Schichten, "ob arm oder reich". Und dies, obwohl konsequentes Sparen zum Beispiel bei Strom und Heizung nicht nur der Umwelt guttut, sondern auch der privaten Börse. Harnack macht es selbst vor. "In meinem Haus verbrauchen wir mit drei dort ständig lebenden Personen 1500 Kilowattstunden (kWh) Strom." In "normalen" Haushalten liege der Verbrauch gut und gerne zweimal so hoch - mit entsprechenden Folgen für die Rechnung.

Eine Liste mit zahlreichen Energiespartipps haben Harnack und seine Kollegin Nicole Weber F. Santos für Ratsuchende zur Hand. Viele davon seien "08/15"-Tipps, sagt Harnack, die aber dennoch kaum jemand befolge. Das fängt schon beim richtigen Lüften an. "Querlüften" lautet die Devise: die Fenster in gegenüberliegenden Räumen zwei- bis dreimal am Tag für einige Minuten breit öffnen, um die Luft auszutauschen. Stundenlang auf Kipp stehende Fenster lassen nur die Wände über dem Spalt auskühlen. Das ist energetisch unsinnig und dem Raumklima abträglich.

Weitere einfache Tipps: Waschmaschine und Geschirrspüler nur voll beladen einschalten, heißes Wasser möglichst nicht durch Boiler oder auf dem Herd, sondern mit einem Kocher zubereiten, auf "Standby" laufende Geräte abschalten, wenn sie längere Zeit nicht benutzt werden - eine Steckdosenleiste mit Kippschalter hilft dabei. Grundsätzlich gehöre jedes Gerät auf den Prüfstand. "Die meisten Kühlschränke sind zu kalt eingestellt, sieben Grad reichen aus", sagt Nicole Weber. Ein Grad mehr bedeute hier sechs Prozent weniger Energieaufwand. Und sind der Wäschetrockner oder die Vorratshaltung in der stromfressenden Kühltruhe im Keller wirklich nötig? "Meine Kühlung übernimmt Aldi", sagt Harnack.

Wie viel Strom der Kühlschrank oder die Waschmaschine tatsächlich verbrauchen, lässt sich mit einem Prüfgerät messen, das bei Harnack, aber zum Beispiel auch in vielen Büchereien ausgeliehen werden kann. Auch wenn unter dem Aspekt der Ressourcenschonung Geräte möglichst lange genutzt werden sollten, kann der Austausch gegen ein modernes, energiesparendes Sinn machen. "Aber nicht, wenn der alte Kühlschrank in den Keller kommt, um dort damit Bier zu kühlen." Wer ein neues Gerät kauft, sollte auf dessen Effizienzklasse achten. "Je mehr A und Plus, umso besser." Hinweise zu besonders sparsamen Produkten gibt es auch im Internet (www.ecotopten.de). Auch bei der Heizung lohnt die Überlegung, veraltete Geräte durch moderne zu ersetzen. Bei gleicher Betriebsart seien bis zu 30 Prozent Einsparungen möglich.

Josef Pogorzalek

Alte Geräte können echte Stromfresser sein. Mit einem Energiemessegerät kommen Sie heimlichen Groß-Verbrauchern auf die Spur und können sie durch sparsamere Geräte ersetzen. Hier kann zum Beispiel der Austausch mancher Heizungspumpe viel Geld sparen. Setzen Sie bei Neuanschaffungen auf Geräte der Energieeffizienzklasse A und besser. Übrigens: Ein gutes Energiemessgerät gibt es im Handel bereits für rund zehn Euro.