Sonntag, 22.07.2018

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Wenn das Auto an die Steckdose kommt

Der ENNI Fiat 500

Gerade für Fahrer, die am Niederrhein unterwegs sind, können sich Alternativen zu Benzin oder Diesel lohnen. Zum Beispiel für Pendler und lange Fahrten über die Landstraße. Auch weitere Strecken bewältigen Hybridautos inzwischen problemlos.

 

Den täglichen Vergleich von Spritpreisen können sich die Fahrer von Elektro−Autos sparen. Sie können die Batterien ihres Fahrzeuges zu Hause selber aufladen – oder an einer der Ladestationen, die mittlerweile viele Städten anbieten. In Moers etwa können Innenstadtbesucher während des Einkaufsbummels ihr Auto auf dem großen Parkplatz an der Mühlenstraße aufladen und in der Zone für E-Autos kostenfrei parken. Auch direkt vor der ENNI an der Uerdinger Straße gibt es neue Energie für Elektro-Gefährte. In Xanten, Rheinberg und Neukirchen−Vluyn gibt es ebenfalls Ladestationen. Reine Elektroautos eignen sich besonders für Pendler, die keine langen Strecken auf der Autobahn zurücklegen müssen. Gerade am Niederrhein, wo viele Menschen in der einen Stadt leben und der anderen arbeiten, kann sich eine solche Anschaffung durchaus lohnen. Wer auch mal weitere Strecken fahren muss, aber dennoch Umwelt und Geldbeutel schonen will, kann auf Hybridautos zurückgreifen. Die verbrauchen auf der Autobahn den herkömmlichen Treibstoff, schalten im Stadtverkehr auf Strom um. Die Batterie wird automatisch bei längeren Fahrten wieder aufgeladen.


Der Flitzer von Bernd Schreiber steht an der Zapfsäule vor der Fritz Biefang GmbH in Moers und lädt per Kabel seine Batterien wieder auf. Am Emblem vorne auf der Motorhaube gibt er sich als BMW zu erkennen. Keine Mittelklasse oder Luxuslimousine, aber mit 170 PS unter der Haube. Damit bringt es der Firmenwagen in sieben bis acht Sekunden von Null auf 100 Stundenkilometer. Doch das ist bei einem solchen Fahrzeug nicht das Entscheidende. Hier geht es ja darum, Geld zu sparen. Also wird auf der Autobahn das Gaspedal auch nicht durchgetreten. „Ich wollte ausprobieren, ob Elektromobilität funktioniert“, sagt der Geschäftsführer. Nach den guten Erfahrungen mit einem Elektro−Smart hat er Anfang des Jahres den E−Fuhrpark der Firma mit dem I3 erweitert. „Was man verkauft, muss man leben“: Bernd Schreiber ist Elektromeister und daher von Berufs wegen an solchen Innovationen interessiert. „Die Technik ist faszinierend“, kommt er zu dem Schluss.

Das Fahrprofil muss passen: Ein Wagen wie dieser BMW ist nicht für mehrere 100 Kilometer lange Strecken an einem Stück ausgelegt. Der Aktionsradius liegt bei 120 bis 150 Kilometer, bei äußerst sparsamen Fahren noch etwas höher. Dann muss der I3 wieder Saft aus der Dose tanken. An Schnellladesäulen sind die Akkus nach drei bis fünf Stunden voll, in der eigenen Garage dauert es etwas länger, bei Gleichstrom erheblich kürzer. „Das Fahren macht Spaß“, sagt Elektromeister Schreiber. Es gibt nur einen Gang, der Antrieb hat ein hohes Drehmoment, „so dass ich flott unterwegs bin. Wenn ich dann in einem anderen Auto sitze, wundere ich mich, wie sehr Fahrgeräusche stören können.“ Die Anschaffung ist gegenüber einem Wagen mit dem normalen Verbrennungsmotor teurer. Aber es kann sich trotzdem rechnen, denn für 100 Kilometer rechnet er mit zwei bis drei Euro Strom, das Auto ist steuerbefreit, die Wartungskosten sind niedriger.

Vieles von dem gilt auch für den Outlander Hybrid von Heiko Heindorf. In seinem Mitsubishi−Autohaus in Xanten steht ein „Plug in Hybrid“. Der große Unterschied zum BMW I3 macht der Antrieb aus. Denn dieses Modell fährt vom Grundsatz her nur elektrisch. Unterwegs kann der Fahrer den Verbrennungsmotor zuschalten, der während der Fahrt unter Strom die Batterien permanent wieder auflädt. „So liegt die Gesamtreichweite bei über 800 Kilometer.“ Das sind einige 100 Kilometer mehr gegenüber dem super−betriebenen Outlander. Verzichtet er auf dieses Zuschalten, muss er den Wagen nach über 50 Kilometer wieder an die Steckdose anschließen. Der Antrieb über Batterie kostet gegenüber dem normalen Modell etwa 6500 Euro mehr, doch wie bei dem BMW gelten die niedrigeren Unterhaltungskosten.

Eine weitere Alternative zu Benzin oder Diesel ist Erdgas. Rund einen Euro bezahlen Fahrer derzeit pro Kilogramm, der Verbrauch ist rund 30 Prozent höher als bei Benzinfahrzeugen. Auf den Kilometer gerechnet ist Erdgas damit noch immer günstiger, die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich dann mit der Zeit über die gefahrene Strecke. In Moers bietet es Thorsten Schanzenbach an einer gesonderten Zapfsäule an. 1999 hat er seine Tankstelle um– und nachgerüstet. Etwa 30 bis 50 Gaskunden zählt er pro Tag, und es werden immer mehr. Der Preis macht’s.

Wie bei Ursula Preußer. Die Frau aus Neukirchen−Vluyn fährt einen VW Touran, serienmäßig neben dem Benzintank mit einem gesonderten Tank für Gas ausgerüstet. Die Fahrt mit Gas sei um rund die Hälfte günstiger, sagt sie. Das Problem sei das Tankstellennetz. „In Österreich oder den Niederlanden ist es super. Hier bei uns ist es leider nicht so dicht.“ So muss sie lange Fahrten vorher genau planen und sich darüber informieren, wo sie unterwegs tanken kann. Das Internet hilft dabei. Ihr Resümee: „Es macht alles ein wenig komplizierter. Man muss mehr Logistik betreiben.“

Christian Breuer und Peter Kummer

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Die Technik entwickelt sich stetig weiter, und zahlreiche Autohersteller haben in den vergangenen Jahren neue Modelle auf den Markt gebracht – etwa den BMW i3 oder den VW E-Up. Auch hybride Modelle, die sowohl einen Elektromotor als auch einen konventionellen Motor haben, erfreuen sich wachsender Beliebtheit – lösen sie doch das Problem, dass reine Elektrofahrzeuge in der Regel eine geringe Reichweite haben. Neben Strom ist gerade im Pendelverkehr auch Erdgas eine gute Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen. Hier gibt es bundesweit mittlerweile hunderte Tankstellen, auch am Niederrhein.